Tobias Rosenberger (*1980) ist ein deutscher Medienkünstler.
Tobias Rosenbergers Arbeiten sind mehrschichtig und multidimensional, sie bestechen durch ihre konsequente Komposition und die Vernetzung komplexer medialer Systeme. Seine Installationen spiegeln die Welt in Räume, sind gleichzeitig Bühne und Aktionsraum. [...]
Dabei geht es ihm nicht darum, Gesellschaftskritik zu üben, Geschichten zu erzählen oder eine konkrete Idee auszudrücken. Er will vielmehr Räume schaffen, in denen der Besucher selbst anfangen kann zu denken.
(Elke Eberle, Esslinger Zeitung)
Nach dem humanistischen Abitur (Leistungskurse Alt-Griechisch und Deutsch) studierte er Angewandte Theaterwissenschaften in Giessen u.a. bei Helga Finter, Samuel Weber sowie Heiner Goebbels, für den er auch zeitweise arbeitete (2006/2007).
Während des Studiums verschiedene Theateraufführungen und szenische Konzerte, u.a. beim Festival Junger Talente (Antigone von Sophokles mit chinesischen Darstellern), Frankfurter Positionen (mit Ensemble Modern / Jonathan Bepler), Ferienkurse Darmstadt (Uwe Dierksen), Pact Essen, und Körber Studio Junge Regie (Herakles 2 von Heiner Müller).
Breathing City (2007), seine erste Mehrkanal-Videoarbeit (Sound: Elad Shniderman), entwickelte er in Lyon (Grammaire de la ville, Goethe Institut). Diese Arbeit wurde u.a. in Lyon (Les Subsistences), Tel Aviv (Alfred Gallery), New York (Harvestworks exhibition room), Barcelona (Goethe Institut), Kopenhagen (re-new-Festival), Düsseldorf (Kunstfilmtag Kunstverein Malkasten) und Liverpool (Moves-Festival) gezeigt.
Ebenfalls 2007 arbeitete er drei Monate mit verschiedenen Künstlern in New York bei Harvestworks Digital Arts Center (Interaktive Programmierung / Physical Computing) und realisierte zusammen mit René Liebert Sana'a - City of Light (Musik: Matthias Mohr) eine site-spezifische audiovisuelle Installation rund um das Bab-al-Yemen in der Hauptstadt des Jemen. Das Projekt war eine Auftragsarbeit für das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland und das Auswärtige Amt der Republik Frankreich.
Weitere Arbeiten an der Schnittstelle von öffentlichem Raum und Lichtkunst entstanden im Rahmen der Luminale Frankfurt (2006 Bypass, ein szenisches Projekt unter der Leitung von Prof. Heiner Goebbels, 2008 Cold Lights mit René Liebert und Maximilian Haas, 2010 Misere(re) für Franken Architekten).
Tobias Rosenberger war Teilnehmer von E-mobilArt (European Mobile Lab for Interactive Media Artists, 2008 - 2009), einer internationalen Plattform zur kollaborativen Arbeit an interaktiven Medienkunstexponaten mit Workshops bei den beteiligten Hochschulen in Athen, Rovaniemi und Wien sowie Ausstellungen in Thessaloniki (Thessaloniki Biennial) und Katowice (Gallery Rondo Sztuki).
Während er zeitweise als freier Mitarbeiter bei 3deluxe-interior Wiesbaden und Franken Architekten in Frankfurt arbeitete, begann er 2009 die Arbeit an medialen Skulpturen. Theatermaschinen wie Projektion 1675 (realisiert mit einem Stipendium der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen) und The An-Archic Device (realisiert am Centro Multimedia in Mexiko-Stadt im Rahmen des ersten Mexiko-Stipendiums für deutsche Medienkünstler, Goethe Institut, Werkleitz; Einzelausstellung in der Galeria A/B del Cenart) reflektieren auf spielerische Weise das Verhältnis von Maßstab und Vorstellung.
Anfang 2010 schloss er das Esslinger Bahnwärterstipendium Bildende Kunst mit der Installation The Grand Defender (basierend auf einem Textfragment des chinesischen Philosophen Mozi) ab, welche er zusammen mit früheren Arbeiten in einer Einzel-Ausstellung in der Villa Merkel (07.02 - 07.03) zeigte. Anschließend waren The Grand Defender und The An-Archic Device auch Teil des MashUp-Ausstellungsprogrammes des EMAF 2010 in der Kunsthalle Dominikanerkirche in Osnabrück (21.04 - 25.05). Im Roxy-Theater in Basel-Birsfelden waren ebenfalls Arbeiten von ihm zu sehen (Tobias Rosenberger: Theatermaschinen / Theatermodelle, 14.04 - 20.06).
Large scale / La canción de la gran promesa, eine 15-Kanal Video-installation, entstand im Rahmen von Pépinières européennes pour jeunes artistes, map-extension 2009-2010 programme, in Huesca / Spanien (Festival Okuparte, 08.05 - 06.06). Eine filmische Version dieser Arbeit wurde ins Archiv von Nomad Films aufgenommen und wird über die Reframe-Collection des Tribeca Film Institute vertrieben.
Im selben Jahr wurde für das Medienkunst- und Performance-Art-Festival Balaklava Odyssey (12.08 - 16.08) in Sewastopol / Ukraine die 9-Kanal-Video-Arbeit Sewastopol im August produziert.
Von September bis Dezember 2010 absolvierte Tobias Rosenberger einen Intensivkurs Chinesisch an der Beijing Language and Culture University (A-Level Examen), bevor er 2011 auf Einladung des Goethe Instituts Max Müller Bhavan drei Monate als Artist in Residence nach Bangalore / Indien ging. In dieser Zeit führte er eine Reihe von Medienkunst-Workshops durch und arbeitete mit lokalen und internationalen Musikern, Programmierern und Designern an einem interaktiven Sound & Lights Projekt (21.05 - 29.05) für den Artist-Run-Space Jaaga, der an der Schnittstelle von Kunst und Technologie operiert. Die ortsspezifische Mehrkanal Video- und Sound-Arbeit Figures reflektiert diesen Prozess.
Presseauswahl:
- Deutsche Welle Ukraine (23.08.2011)
- Video Interview Jaaga Journal (06.06.2011)
- Deccan Herald (05.06.2011)
- Filmmaker Interview The Nomad Project (10.10.2010)
- Video Interview Filmfestspezial (21.04.2010)
- Neue Osnabrücker Zeitung (21.04.2010)
- Katalogtext Emaf (21.04.2010)
- Stuttgarter Zeitung (06.02.2010)
- Esslinger Zeitung (12.11.2009)
- Video Interview Centro Multimedia (28.06.2009)
- Video Interview BTV Barcelona (28.04.2008)
- Yemen Times (26.09.2007)
- Yemen Observer (22.09.2007)
- Frankfurter Rundschau (22.11.2003)
