
© die arge lola, Kai Loges + Andreas Langen
Drôle de Pensée
Im September 1675 wird der neunundzwanzigjährige Gottfried Wilhelm Leibniz Zeuge einer außerordentlichen Performance auf der Seine: Die Vorführung einer Apparatur, die es ihrem Erfinder ermöglicht auf dem Wasser laufen zu können, inspiriert den jungen Philosophen in solch einem Maße, dass er sich unmittelbar an seinen Schreibtisch setzt und einen ausschweifenden Vorschlag zu einer Akademie der Repräsentationen verfasst. Seine heterogene und manchmal redundante Auflistung möglicher Objekte und Präsentationen skizziert ein Theater der Natur und der Künste, das nicht nur alle Arten von Maschinen, Instrumenten und Mechanismen umfasst, sondern welches auch das Gebiet der Wissenschaften in die Bereiche des Theatralischen und Spielerischen erweitert.
Ein enthusiastischer Leibniz kalkuliert: Sind ihre Sinnesorgane erst einmal erregt, wird sich die Indifferenz der Besucher auflösen. Sobald das Medium von Repräsentation und Genuß identisch ist mit einem Instrument des Wissen, werden die inkompossiblen Welten zu Varianten der gleichen Geschichte...


Fotos: die arge lola, Kai Loges + Andreas Langen
Mediale Skulptur von Tobias Rosenberger
(Stereo-Tonspur + Guckkasten))
16-minütiges Hörspiel, basiert auf dem Text "Drole de Pensée" (Leibniz, 1675)
+ medialer Guckkasten (Holz, CCFL, Led, Modelliermasse, Dekonstruierter Tft, Microcontroller, Computer)
Sounddesign / Dramaturgische Beratung: René Rothert
Stimme: Malte Scholz
realisiert im Rahmen eines Projektstipendiums in der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen für:
"Labor Schöppingen - Das Universum nebenan" (20 Jahre Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, NRW), 15.05.09 - 12.06.09 (Plakat)


Fotos: die arge lola, Kai Loges + Andreas Langen