Die audiovisuelle Installation Cold Lights konfrontiert die Pragmatik des naturwissenschaftlichen Blicks auf das observierte Objekt mit der „weitschweifigen“ Wahrnehmung eines Kunstwerks. Das Detail konfrontiert das Ganze. Das Kleine kann nur einzeln erkannt werden; in der Gesamtheit des Raumes ist das Einzelne nicht differenzierbar; im Gefüge der Einzelheiten ergibt sich ein organisches Ganzes. Exakte Wissenschaft und Kunst; analytischer und ästhetischer Blick; Laborraum und Kunstraum treten in Beziehung und überlagern sich.


Installation von Maximilian Haas (Audio), René Liebert und Tobias Rosenberger
Maße: ca. 6m30 x 4m50 x 3m30 (H)

Mixed Media (Podesterie, 12 Dekonstruierte Tft-Displays, Holz, 24 Mini-Lautsprecher, eine Maus, 4 Skorpione, Leuchtbakterien, Chemoluminescente Flüssigkeiten, 2 Kameras, verschiedene Sensoren + Motoren, 7 Computer, 2 Audio-Interfaces, ein usb-dmx-interface + 2 Arduino-Microcontroller).

Wir danken Prof. Dr. Bruno Deiss, Dipl.-Biol. Sven A. Zörner, Dr. Stefan Saum, Dipl.- Biol. Boris Striffler, Dr. Jörg Neudert, Anja Beneckenstein, Dipl.-Chem. Christian Müller, Elke Wess, PD. Dr. Dieter Weiß, Georg Oppermann, Dr. med. Christoph Schimmelpfennig, Prof. Bereiter-Hahn und allen anderen Helfern.

- Luminale Frankfurt 2008 (06.04 - 11.04, Physikalischer Verein)

- Festival Junger Talente 2008 (19.09 - 21.09, Hafen2, Offenbach/Main)





Cold Lights beschäftigt sich mit zwei wissenschaftlichen Phänomenen:

Erstens: das biologische und chemische Phänomen der Lumineszenz.

Das Lebewesen ist ein schwieriges Material für die Kunst. Das organische Kunstwerk ist störanfällig. Es ist nie vollständig planbar. Es bewahrt einen Bereich, auf den die künstlerische Entscheidung keinen Zugriff hat, den Bereich des Lebens.


Zweitens: bildgebende Verfahren in biowissenschaftlicher Forschung.

Hierfür kommt gebräuchliche LCD-TFT-Monitor-Displaytechnologie zum Einsatz. Wir haben gebrauchte TFT-Displays de-konstruiert und die Screens von ihrer Hintergrundbeleuchtung getrennt. Die Screens wurden an der Frontseite von schwarzen Holzkisten ("Black Boxes") eingesetzt, sodass sie mit Videomaterial bespielbare Fenster bilden. In den terrarienähnlichen Kisten platzieren wir unsere lumineszierenden und fluoreszierenden Lichtquellen und symbolische Objekte.

Displays als transparente Mattscheiben ermöglichen es, ein Objekt und seine Verbildlichung oder Beschreibung simultan zu betrachten. Das zu untersuchende Forschungsobjekt erfährt gleichzeitig eine Analyse sowie eine ästhetische Betrachtung; das Bildmedium dient zur künstlerischen Darstellung sowie zur Informationsvermittlung. Text wird zum Bild, Information zur Komposition. Naturwissenschaftliche Methode und ästhetische Betrachtung ergänzen sich.


Es gibt keinen Narrativ in der audiovisuellen Installation









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